AWO-Haus für Kinder Floriansmühlstraße
Herzlich Willkommen

Vertrauen langsam aufbauen

Damit Eingewöhnung kindgerecht gelingen kann, ist es unabdingbar, dass wir beim Eingewöhnungsvorgang die Individualität des Kindes und der Eltern berücksichtigen. Dazu gewöhnen wir nach den neuesten pädagogischen Grundsätzen und Forschungsergebnissen ein, nämlich „partizipatorisch“.
Die Eltern werden dazu angehalten, sich größtmöglich im Gruppenalltag mit einzubringen und teilnehmend zu beobachten. Hilfreich hierbei wäre:

Phasenweise Eingewöhnung

  • In den ersten zwei Wochen empfiehlt es sich, das Kind nur stundenweise in die Einrichtung zu bringen. Die Länge unterscheidet sich allerdings von einer Krippeneingewöhnung zu einer Kindergarteneingewöhnung.
     
  • Zu Beginn sollte in den ersten drei Tagen maximal an 3 Stunden die Gruppe zusammen mit der eingewöhnenden Person besucht werden.
     
  • Ab dem vierten Tag kann mit Einverständnis des Kindes auch die neue Betreuungsperson an pflegerischen Handlungen wie z. B. Wickeln miteingebunden werden!
     
  • Die Eingewöhnungs- und Ablösungszeiten werden situativ gehandhabt. Sie richten sich situativ nach den Bedürfnissen jedes Kindes und lassen individuelle Veränderungen zu. Dabei ist uns wichtig, dass sich nicht die „Kinder dem Haus anzupassen haben, sonders die Bedürfnisse des Kindes das Vorgehen im Haus bestimmen!“
     
  • Langsam werden die Trennungsphasen verlängert bzw. die Stunden des Bleibens erhöht. Wichtig hierbei ist, ob sich ein Kind mit Trennungsschmerz auch vom Erzieher beruhigen/ trösten lässt.
     
  • Für die Krippeneingewöhnung sollten Sie sich mindestens 6 Wochen Zeit zugestehen und für die Kindergarteneingewöhnung maximal 10 Tage.
     

 

Ihre Rolle und Haltung dazu

  • Teilnahme an allen kindlichen Aktivitäten wie z.B. Spielen auf dem Bauteppich, gemeinsame Brotzeit, am Tisch bei den Kindern sitzen, Gespräche mit den Kindern und Erziehern führen.
     
  • Das Freispiel bietet sich an, hier teilnehmend eine Annäherung zwischen den Kindern und Erziehern zu unterstützen. Pflegerische Tätigkeiten am Kind werden hier noch ausschließlich von Elternseite getätigt!
     
  • Hier respektieren wir die Privatsphäre des Kindes, egal in welchem Altersbereich und agieren zunächst als teilnehmender Beobachter und achtsamer Begleiter des Kindes während der Eltern – Kind- Aktion.
     
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit für Ihr Kind und die Ablösung – sowohl die eigene als auch die vom Kind zu leistende. Wir haben Verständnis, dass Sie gerade am Anfang hier noch Zeit und Verständnis brauchen! Fragen Sie viel, um Sicherheit und Vertrauen in unser Team zu bekommen!
     
  • Ein stabiles Urvertrauen, das Sie ihrem Kind bereits zuhause zukommen lassen, geben Sicherheit und Ihr Kind wird schneller bereit sein zu explorieren und neue Situationen anzunehmen!
     
  • Beachten Sie hier bitte, dass ihre eigene emotionale Haltung, ein etwaiger Druck der auf Ihnen lastet (z.B. ein wartender Arbeitgeber) sich hier negativ auf die Eingewöhnung auswirken kann. Kinder sind sensibel und spüren sofort, wenn es den Eltern hier an Zeit mangelt und sie die Eingewöhnung nur „schnell“ hinter sich gebracht haben wollen. 
     

Gelebte Elternpartnerschaft

  • Offene Grundhaltung, Willkommenskultur „Wir freuen uns auf Sie und Ihr Kind!“
  • Diskretion, „Alles was wir von ihnen oder ihrem Kind hören bleibt bei uns!“
  • Wir nehmen Vorschläge und Anregungen gerne auf!
  • Ihr Kind ist uns wichtig und wir werden alles für ihr Kind tun, damit es sich bei uns sicher und wohl fühlt
  • Kranke Kinder werden wir liebevoll behandeln und umsorgen
  • Wir sind gesund/ fit für sie und ihr Kind da
  • Wir professionalisieren uns durch Fortbildungen
  • Wir glauben nur die Hälfte von dem was ihr Kind von Ihnen Zuhause erzählt! :)
  • Offene Grundhaltung, „Wir schenken einen Vertrauensbonus und erkennen Sie als Fachpersonal an!“
  • Bei Konflikten/ Fragen/ Unklarheiten nehmen wir den direkten Weg und suchen den Gesprächskontakt bei der Gruppenleitung / Leitung
  • Wir bleiben konstruktiv und wertschätzend!
  • Ich kann unbeschwert das Haus verlassen und brauche nicht ständig in der Einrichtung nach zu telefonieren ob es meinem Kind gut geht
  • Wir holen unser Kind im Krankheitsfall umgehend aus der Einrichtung ab
  • Wir schicken keine kranken Kinder in die Einrichtung
  • Wir respektieren Schließzeiten zu Team Fortbildungen
  • Wir glauben nur die Hälfte von dem was unser Kind von der Einrichtung erzählt! :)

Sauberkeitserziehung in der Kinderkrippe

Eine Tonne Windeln verbraucht ein Kind in der Wickelzeit. Irgendwann wollen die Kleinen aber auch wie die Großen auf die Toilette gehen. 
Dann beginnt das Kapitel der „Sauberkeitserziehung“, welches viel Geduld und Einfühlungsvermögen von allen Beteiligten erfordert.
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? 
Dies und andere Themen bezüglich der „Sauberkeitserziehung“ werden schon seit einiger Zeit von Pädagogen facettenreich diskutiert.

Die „Sauberkeitserziehung“ ist ein wichtiger Abschnitt in der kindlichen Entwicklung und findet ungefähr zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr statt. Das Kind lernt allmählich den Schließmuskel sowie die Blase zu kontrollieren und begreift schließlich den Zusammenhang zwischen „Müssen“ und dem Benutzen der Toilette. 

Entwicklungsprozesse wie das „Sauberwerden“ sind immer vernetzt mit anderen kindlichen Entwicklungsschritten wie zum Beispiel die Willensbildung und die Entwicklung der Handlungskontrolle. Somit ist das Wort „Sauberkeitserziehung“ zwar ein häufig gebrauchtes Wort im Bezug auf dieses Thema, es sollte jedoch nur in Ausrufezeichen gesetzt werden, da es wissenschaftlich gesehen ein Reifungsprozess in der kindlichen Entwicklung ist und kein trainierbares Verhalten. Allerdings dient der familiäre Rahmen und / oder der Krippenalltag häufig sogar als Vorbild für den kindlichen Wunsch nach der Toilettenbenutzung. In diesem Fall kann der Prozess seitens der Eltern und der Erzieher sanft unterstützt werden. 

Anhand der wissenschaftlichen Erkenntnisse haben Pädagogen herausgefunden, dass Kinder aus eigenem Antrieb heraus verstärkt gleichaltrige und ältere Kinder der Gruppe nachahmen. Somit ist es auch für uns wichtig, den Kleinen die Chance zu geben, sich an solchen „Vorbildern“ zu orientieren. Dies sollte sowohl für den allgemeinen Kinderkrippenalltag wie auch für den Bereich der Sauberkeitserziehung gelten. Den Kindern können wir dadurch, angepasst an ihre kognitiven Fähigkeiten, die Möglichkeit bieten sich positiv weiterzuentwickeln. 

Bei einer erfolgreichen „Sauberkeitserziehung“ ist das pädagogische Feingefühl aller Beteiligten (Eltern und Fachkräfte) von großer Bedeutung. Die Kinder sollten zum Gang auf die Toilette angeregt, aber nicht gezwungen werden. Hilfreich ist es, wenn die Beteiligten mithilfe von positiven Verstärkern entsprechend auf das Kind reagieren. Dies gilt auch bei kleineren „Rückschlägen“. Lob und Verständnis gehören hierbei zum alltäglichen Werkzeug der Fachkräfte. Das Loben sollte angepasst an dem Entwicklungsstand bereits bei kleinen Fortschritten beginnen. Hierbei zählt bei den ersten Anfängen bereits das Ansehen dem Bade / Waschzimmers sowie der Gang zur Toilette als lobenswert. Weite Schritte könnten sein: das Sitzen und Sitzen bleiben auf der Toilette, das bemerkbar machen des „Müssens“ sowie das „etwas Machen“ in die Toilette. 

Es ist für uns als Team der Floriansmühlstraße von großer Bedeutung, dass sich die Kinder in der Umgebung wohl fühlen und sie keine Angst haben. Wir Pädagogen möchten, dass „Toiletten-Training“ infolgedessen keinster Weise als Pflicht sehen. Daher gehen wir nur mit Kindern auf die Toilette, die den Wunsch aus eigenem Antrieb haben. Weiterhin ist es wichtig, dass ein Erzieher nur mit so vielen Kindern in den Waschraum geht, wie es pädagogisch vertretbar ist. 

Die Krippengruppen haben gezielte Zeiten in ihren Alltag eingefügt, in denen die Erzieher die Kinder auf dem Gang zur Toilette begleiten und unterstützen. Die Zeiten wurden von den Gruppen selbstständig festgelegt, ebenso wie die Häufigkeit. Dies wird von den Pädagogen in Abhängigkeit vom Alter und Entwicklungsstand der Kinder entscheiden. Auf keinen Fall darf die Unterstützung in dem Sauberkeitsprozess eine Überforderung für die Kinder darstellen. Eine feste Zeit ist für die Kleinen von Vorteil, da sie den Ablauf nach einiger Zeit verinnerlichen können und einen täglichen Rhythmus erkennen wie beispielsweise immer nach der morgendlichen Begrüßung aller Kinder und / oder nach dem Mittagessen. 
Bevor die Kinder die Toilette nutzen, sollte sichergestellt werden, dass die Kleinen gefahrlos sitzen und nicht in die Toilette rutschen können.

Hierfür gibt es zahlreiche Hilfsmittel, zum Beispiel ein spezieller WC-Sitz für Kinder sowie eine kleinere Toilette beziehungsweise ein Töpfchen. Kinder, die auf der Toilette noch sehr unruhig oder unsicher sind, kann man ein bisschen Ablenkung verschaffen, indem man Fingerspiele oder Lieder in dem Gang auf die Toilette mit einbezieht. (Im Anhang ein paar Beispiele hierzu) 
Ein Erwachsener sollte die Kinder bis zur kompletten Sauberkeit zur Toilette begleiten. Ihre Ängste werden dadurch minimiert und sie können langsam in den hygienischen Ablauf des Toilettengangs eingeführt werden.

Sehr vorsichtig mit der „Sauberkeitserziehung“ begonnen werden, wenn Kinder ängstlich der Toilette sowie dessen Nutzung gegenüberstehen. Eltern sowie Pädagogen müssen mit diesen Kindern behutsam umgehen und sie entsprechend ihres Alters bei dem Gang auf die Toilette unterstützend begleiten. Sie können auch spielerisch an den Vorgang herangeführt werden zum Beispiel mit dem Ansehen und dem Erklären themenspezifischer Bilderbücher sowie einem Teddy, der die Toilette gefahrenlos benutzt.