Damit Eingewöhnung kindgerecht gelingen kann, ist es unabdingbar, dass wir beim Eingewöhnungsvorgang die Individualität des Kindes und der Eltern berücksichtigen. Dazu gewöhnen wir nach den neuesten pädagogischen Grundsätzen und Forschungsergebnissen ein, nämlich „partizipatorisch“.
Die Eltern werden dazu angehalten, sich größtmöglich im Gruppenalltag mit einzubringen und teilnehmend zu beobachten. Hilfreich hierbei wäre:
Phasenweise Eingewöhnung
Ihre Rolle und Haltung dazu
Eine Tonne Windeln verbraucht ein Kind in der Wickelzeit. Irgendwann wollen die Kleinen aber auch wie die Großen auf die Toilette gehen.
Dann beginnt das Kapitel der „Sauberkeitserziehung“, welches viel Geduld und Einfühlungsvermögen von allen Beteiligten erfordert.
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?
Dies und andere Themen bezüglich der „Sauberkeitserziehung“ werden schon seit einiger Zeit von Pädagogen facettenreich diskutiert.
Die „Sauberkeitserziehung“ ist ein wichtiger Abschnitt in der kindlichen Entwicklung und findet ungefähr zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr statt. Das Kind lernt allmählich den Schließmuskel sowie die Blase zu kontrollieren und begreift schließlich den Zusammenhang zwischen „Müssen“ und dem Benutzen der Toilette.
Entwicklungsprozesse wie das „Sauberwerden“ sind immer vernetzt mit anderen kindlichen Entwicklungsschritten wie zum Beispiel die Willensbildung und die Entwicklung der Handlungskontrolle. Somit ist das Wort „Sauberkeitserziehung“ zwar ein häufig gebrauchtes Wort im Bezug auf dieses Thema, es sollte jedoch nur in Ausrufezeichen gesetzt werden, da es wissenschaftlich gesehen ein Reifungsprozess in der kindlichen Entwicklung ist und kein trainierbares Verhalten. Allerdings dient der familiäre Rahmen und / oder der Krippenalltag häufig sogar als Vorbild für den kindlichen Wunsch nach der Toilettenbenutzung. In diesem Fall kann der Prozess seitens der Eltern und der Erzieher sanft unterstützt werden.
Anhand der wissenschaftlichen Erkenntnisse haben Pädagogen herausgefunden, dass Kinder aus eigenem Antrieb heraus verstärkt gleichaltrige und ältere Kinder der Gruppe nachahmen. Somit ist es auch für uns wichtig, den Kleinen die Chance zu geben, sich an solchen „Vorbildern“ zu orientieren. Dies sollte sowohl für den allgemeinen Kinderkrippenalltag wie auch für den Bereich der Sauberkeitserziehung gelten. Den Kindern können wir dadurch, angepasst an ihre kognitiven Fähigkeiten, die Möglichkeit bieten sich positiv weiterzuentwickeln.
Bei einer erfolgreichen „Sauberkeitserziehung“ ist das pädagogische Feingefühl aller Beteiligten (Eltern und Fachkräfte) von großer Bedeutung. Die Kinder sollten zum Gang auf die Toilette angeregt, aber nicht gezwungen werden. Hilfreich ist es, wenn die Beteiligten mithilfe von positiven Verstärkern entsprechend auf das Kind reagieren. Dies gilt auch bei kleineren „Rückschlägen“. Lob und Verständnis gehören hierbei zum alltäglichen Werkzeug der Fachkräfte. Das Loben sollte angepasst an dem Entwicklungsstand bereits bei kleinen Fortschritten beginnen. Hierbei zählt bei den ersten Anfängen bereits das Ansehen dem Bade / Waschzimmers sowie der Gang zur Toilette als lobenswert. Weite Schritte könnten sein: das Sitzen und Sitzen bleiben auf der Toilette, das bemerkbar machen des „Müssens“ sowie das „etwas Machen“ in die Toilette.
Es ist für uns als Team der Floriansmühlstraße von großer Bedeutung, dass sich die Kinder in der Umgebung wohl fühlen und sie keine Angst haben. Wir Pädagogen möchten, dass „Toiletten-Training“ infolgedessen keinster Weise als Pflicht sehen. Daher gehen wir nur mit Kindern auf die Toilette, die den Wunsch aus eigenem Antrieb haben. Weiterhin ist es wichtig, dass ein Erzieher nur mit so vielen Kindern in den Waschraum geht, wie es pädagogisch vertretbar ist.
Die Krippengruppen haben gezielte Zeiten in ihren Alltag eingefügt, in denen die Erzieher die Kinder auf dem Gang zur Toilette begleiten und unterstützen. Die Zeiten wurden von den Gruppen selbstständig festgelegt, ebenso wie die Häufigkeit. Dies wird von den Pädagogen in Abhängigkeit vom Alter und Entwicklungsstand der Kinder entscheiden. Auf keinen Fall darf die Unterstützung in dem Sauberkeitsprozess eine Überforderung für die Kinder darstellen. Eine feste Zeit ist für die Kleinen von Vorteil, da sie den Ablauf nach einiger Zeit verinnerlichen können und einen täglichen Rhythmus erkennen wie beispielsweise immer nach der morgendlichen Begrüßung aller Kinder und / oder nach dem Mittagessen.
Bevor die Kinder die Toilette nutzen, sollte sichergestellt werden, dass die Kleinen gefahrlos sitzen und nicht in die Toilette rutschen können.
Hierfür gibt es zahlreiche Hilfsmittel, zum Beispiel ein spezieller WC-Sitz für Kinder sowie eine kleinere Toilette beziehungsweise ein Töpfchen. Kinder, die auf der Toilette noch sehr unruhig oder unsicher sind, kann man ein bisschen Ablenkung verschaffen, indem man Fingerspiele oder Lieder in dem Gang auf die Toilette mit einbezieht. (Im Anhang ein paar Beispiele hierzu)
Ein Erwachsener sollte die Kinder bis zur kompletten Sauberkeit zur Toilette begleiten. Ihre Ängste werden dadurch minimiert und sie können langsam in den hygienischen Ablauf des Toilettengangs eingeführt werden.
Sehr vorsichtig mit der „Sauberkeitserziehung“ begonnen werden, wenn Kinder ängstlich der Toilette sowie dessen Nutzung gegenüberstehen. Eltern sowie Pädagogen müssen mit diesen Kindern behutsam umgehen und sie entsprechend ihres Alters bei dem Gang auf die Toilette unterstützend begleiten. Sie können auch spielerisch an den Vorgang herangeführt werden zum Beispiel mit dem Ansehen und dem Erklären themenspezifischer Bilderbücher sowie einem Teddy, der die Toilette gefahrenlos benutzt.